Lehre

ERWEITERUNG EINES
MEHRPARTEIENHAUS IM LEHEL
MÜNCHEN  UM EINE
BALKONSTRUKTUR MIT
FEUERSPINDEL

2025 - 
LPH 1-8
Darstellung Nina Zerbs

Fassadenstudien zur Erweiterung eines Bestands an der Widenmayerstraße.
Da die hofseitige Bestandsstruktur offenbar nicht durch die Feuerwehr anleiterbar ist, wird sie um eine Feuertreppe ergänzt. Im Zuge dieser Maßnahme sollen die kleinen hofseitigen Einheiten eine vorgestellte Balkonstruktur erhalten. Diese wird als eigenständiges System vor die Fassade gesetzt und auf Stahlbetonträgern gelagert, deren Höhe eher an Sitzbänke erinnert – wodurch selbst für die Erdgeschosseinheiten ein geschützter Außenraum entsteht. 



SANIERUNG EINER
DENKMALGESCHÜTZTEN EINHEIT IN
EINEM WOHNGEBÄUDE VON
HELMUTH WOLFF

Dez. 2025 fertiggestellt
Darstellung Nina Zerbs

Die Formensprache von Helmuth Wolff bewegt sich zwischen Moderne, Art Déco und lokaler Bautradition. Bei der Sanierung der Einheit in seiner Blockrandbebauung in Giesing lag der Fokus auf der handwerklichen Wiederher-stellung der Putz- und Stuckdetails. Die Wandflächen wurden in reiner Kalktechnik instand gesetzt, die Türlaibungen ohne den Einsatz von Schablonen handwerklich nach-modelliert. Im Zuge der Sanierung wurden zu-dem die elektrische Infrastruktur der Wohnung erneuert sowie verschiedene Schallschutz-maßnahmen unter denkmalrechtlicher Aufsicht umgesetzt. Darüber hinaus erfolgte die sach-gemäße Sanierung der bauzeitlichen Elemente wie Parkett, Türen und Beschläge.





SANIERUNG UND
NUTZUNGSÄNDERUNG DER
KLOSTERREMISE ZU EINER
BRAUEREI, BUCHBINDEREI UND 
BÄCKEREI

EINGABE UND WERKPLANUNG 
IM ANSTELLUNSGVERHÄLTNIS 
BEI OACHA ARCHITEKTUR 
2024 - 2025 
LPH 1-6


Darstellung Nina Zerbs

Das Projekt wurde im Rahmen meiner Tätigkeit bei OACHA Architektur und Denkmalpflege erarbeitet. Die hier dargestellten Texte, Inhalte und konzeptionellen Zusammenfassungen stellen meine persönliche Aufbereitung dar und entsprechen nicht zwingend der offiziellen Darstellung des Büros. Das Urheberrecht am Projekt liegt bei OACHA Architektur und Denkmal-pflege.

Die Remise bildet den zentralen Schwerpunkt des erweiterten Nutzungskonzepts für das Kloster Beuerberg. Sie soll das Ensemble durch drei Handwerksmanufakturen – Brauerei, Bäckerei und Buchbinderei – inhaltlich und räumlich stärken. Diese Betriebe greifen bewusst die historische Herstellung von Klostererzeugnissen auf und vermitteln handwerkliches Wissen in seiner ursprünglichen Form. Das vor Ort gebraute Bier und frisch gebackene Brot knüpfen an die klösterliche Tradition an und erweitern das bestehende Ausstellungsprogramm. Beide Produkte können im Klosterladen erworben oder direkt vor Ort verköstigt werden. Die Buchbinderei übernimmt zusätzlich Kundenaufträge und macht handwerkliche Prozesse nachvollziehbar. Ergänzt wird die Remise durch einen flexibel nutzbaren Pädagogikraum, der interdisziplinäre Formate ermöglicht und die Remise zu einem lebendigen Lern- und Produktionsort macht. Diese Erweiterung stärkt das Kloster als kulturellen Knotenpunkt der Region und verbindet Geschichte, Handwerk und öffentliche Nutzung.




SANIERUNG EINES DENKMAL-
GESCHÜTZEN BESTANDES IN
NEUHAUSEN MÜNCHEN 
ZU EINEM BARRIEREFREIEN
MEHRFAMILIENHAUS 

Fertigstellung 2022 
LPH 1-3

Darstellung Nina Zerbs

Das Projekt wurde im Rahmen meiner Tätigkeit mit Petra Weimann erarbeitet.


Der Bestand gehört zu einer Genossen-schaft, die um die Jahrhundertwende gegründet wurde. Viele der großen Wohnungen werden derzeit nur von einzelnen älteren Bewohner*innen genutzt, während Familien in der Ge-nossenschaft auf passende Einheiten warten. Ziel des Projekts ist es, diese größeren Wohnungen wieder verfügbar zu machen, ohne bestehende Miet-verhältnisse zu verdrängen.

Dafür wurde das gesamte Gebäude barrierefrei erschlossen – einschließlich der Bäder und inneren Wegeführungen. Ältere Bewohner*innen können so in kleinere, gut zugängliche Einheiten innerhalb des Hauses wechseln. Die frei werdenden großen Wohnungen lassen sich anschließend fair an Familien in-nerhalb der Genossenschaft vergeben, wodurch eine ausgeglichenere, ge-meinschaftsorientierte Bewohnerschaft entsteht.
 


SANIERUNG EINES EINFAMILIEN-
HAUSES IN VATERSTETTEN

Fertigstellung 2026
LPH 5-8

Darstellung Nina Zerbs

Das Projekt wurde im Rahmen meiner Tätigkeit bei OACHA Architektur und Denkmalpflege erarbeitet. Die hier dargestellten Texte, Inhalte und konzeptionellen Zusammenfassungen stellen meine persönliche Aufbereitung dar und entsprechen nicht zwingend der offiziellen Darstellung des Büros. Das Urheberrecht am Projekt liegt bei OACHA Architektur und Denkmal-pflege.

Der Bestand erfährt eine umgreifende Transformation und wird auf den Rohbau rückgebaut. Im Zuge der Sanierung wird die Fassade als serielle Sanierung instand gesetzt. 


MASTERARBEIT
“ZWSICHEN STREICHEN
UND SPRENGEN”

WS2023 Betreuung: Prof. Frederik Künzel

Darstellung Nina Zerbs

Das Projekt wurde für den Hochschulpreis der Landeshauptsadt München
und den BDA Preis Bayern nominiert.

Schon 2015 zog der Stargalerist Johann König mit seiner Galerie in die ehe-malige St. Agnes Kirche in Kreuzberg, die 1967 von Werner Düttmann geplant wurde. Arno Brandlhuber übernahm die zugehörigen Umbaumaßnahmen. Die Mk Gallery in London wurde von 6a Architects im Jahr 2019 entworfen und referenziert mit den geometrischen Grundformen der Baukörper und der Fassade die 80er Jahre.
So scheinen die beiden Jahrzehnte gerade im architektonischen Diskurs en vouge. Parallel stellt vor allem die Alltagsarchitektur dieser Zeit die größte Bauaufgabe des kommenden Jahr-zehnts dar. Denn trotz der groß-flächigen Nachbesserungen Anfang der 90er Jahre, sind viele Bauten sanier-ungsbedürftig. Um die Charkteristika und Qualitäten dieser Strukturen bei einer Sanierung nicht zu verlieren und vielleicht sogar zu begünstigen, kann man von einer architektonischen Disziplin Gebrauch machen: dem Sammeln und Kartieren. Aldo van Eyck sammelte und analysierte Anfang der 60erJahre archaische Strukturen um daraus Denkansätze für seine Entwürfe
zu formulieren. Er erkannte dabei den Wert des „Raums dazwischen“ und das menschliche Bedürfnis nach Kom-munikation und Austausch. Für diese Arbeit wurden etwa 30 Gebäude dokumentiert und so will die vor-liegende Sammlung ein Fragment der Wohnbauten von 1970 bis 1989 darstellen. Dabei wurden vor allem alltägliche Gebäude und Ensembles ausgewählt. Der Bestand sollte analy-
siert und Strategien für den weiteren Umgang entwickelt werden. Dabei wurden acht Gestaltungsrichtlinien von besonders erfolgreichen Situationen abgeleitet und exemplarisch als Sanierungsstrategie auf den Bestand der Karlstraße 43 in München angewendet.




Darstellung Nina Zerbs






















Profil und Impressum
Nina Zerbs

nz@repairsbureau.de

+49 17663843329

Raglovichstraße 4
80637 München
Nina Zerbs arbeitet im Bereich Architektur mit einem Schwerpunkt auf Bestandsprojekten, Bauaufnahme, Bauforschung und der Planung in verschiedenen Leistungsphasen. Ihre berufliche Tätigkeit umfasst Projekte im denkmalpflegerischen Umfeld, im Umbau und Sanierung sowie die Entwicklung von Machbarkeits- und Entwurfsstudien. Dabei bewegt sie sich regelmäßig zwischen Analyse, Entwurf und baulicher Umsetzung.

Seit 2023 ist sie zudem an der Hochschule München aktiv – zunächst in der Betreuung von Ausstellungen, Publikationen und Lehrformaten, später als Lehrbeauftragte in Bachelor- und Masterstudiengängen. Ihre Lehre umfasst Entwurf, Darstellung, Projektstudios und theoretische Module mit inhaltlichen Schwerpunkten zu urbanen Räumen, Landschaft, Bestand und räumlichen Transformationen. Die untersuchten Themenbereiche bewegen sich stark im Kontext des Wiederaufbaus der 70er und 80er Jahre. 




AusbildungMASTER OF ARTS Jan 2024
mit Auszeichnung
Hochschule München

BACHELOR OF ARTS Jan 2021
Hochschule München

ABITUR 2016
Maria-Ward-Gymnasium München Nymphenburg



Arbeit und Positionen03 2024 - heute
HOCHSCHULE MÜNCHEN
Lehrbeauftragte


SS2024 MA Projektstudio „Murs a peches“ mit Prof. Sandra Bartoli

SS2024 MA Fachprojekt „Up the junction“ mit Prof. Frederik Künzel

WS2024/25 BA Wahrnehmen und Darstellen

SS2025 MA Projektstudio „Lobotomie“ mit Prof. Frederik Künzel

SS2025 BA 2.1 Entwurf

WS2025/26 BA Wahrnehmen und Darstellen

WS2025/26 MA Theorie „Mapping former Yugoslavia“

WS2025/26 BA Fachprojekt „Typologies of Ecstasy“ mit Prof. Frederik Künzel


01 2024 - 01 2026
OACHA ARCHITEKTUR
Architektur MA 100% Stelle


Bauaufnahme und Bauforschung Troger Hof in Au bei Bad Feilbach

Planung und Bauleitung LPH 0-8 Schaubrauerei und Manufaktur am Kloster Beuerberg

Planung und Bauleitung LPH 3-8 eines Einfamilienhauses in Vaterstetten

Bauaufnahme und Bauforschung eines denkmalgeschützen Bestandes in Beuerberg

verschiedene Machbarkeitsstudien 


06 2023 - 02 2024
HOCHSCHULE MÜNCHEN
PROF. BJÖRN MARTENSON
PROF. JULIAN KRÜGER

Tutorin

Ausstellungsbetreuung und Koordination


PROF. DANIEL HOHENEDER
Tutorin

Publikationsbetreuung
„Heimatstil reloaded- Neo-Heimatstil Bauten der 70er und 80er Jahre“


PROF. SANDRA BARTOLI UND
PROF. FREDERIK KÜNZEL
Tutorin


Publikationsbetreuung „The Goodness of Contamination“,
Ausstellungskuration und Koordination


02 2023 - 12 2023
FRIEDRICH POERSCHKE ZWINK
ARCHITEKTEN
Junior Architektin 75% Stelle


Werkplanung und Ausschreibung Neubau Jugendzentrum in Landsberg am Lech

Brandschutzsanierung Fachklassen Dante-Gymnasium

Überarbeitung Wettbewerbsplanung

Erweiterung OGTS Grundschule am Hardt in Weilheim

Genehmigunasplanung temporäre Unterbringung Flüchtlinge in der Preysingstraße


04 2022 - 12 2022
PETRA WEIMANN PLANUNGSGEMEINSCHAFT
Junior Architektin 50% Stelle


Bauaufnahme und Schadstoffuntersuchung

Entwurf-, Eingabe- und Werkplanung eines denkmalgeschützen Bestands an der Hübnerstraße

Unterstützung der Bauleitung

Massenermittlung, Objektüberwachung bei der Bauausführung,

Freiflächenplanung in Form einer Hofneugestaltung


10 2020 - 03 2022
GSP ARCHITEKTEN
Junior Architektin 50% Stelle


Bauaufnahme Asamhöfe

Werkplanung Kernsanierung Aidenbachstraße

Genehmigungsplanung Bürogeb.ude Parkstadt Schwabing

Machbarkeitsstudien und Visulaisierungen

2017 - 2020
GSP ARCHITEKTEN
Werkstudentin


Ausstellungen
LOBOTOMIE 
Ausstellung im technischen Rathaus München
2026

MURS A PECHES 
Ausstellung am Festival des Murs a Peches in Montreuil bei Paris
2025

UP THE JUNCTION
Ausstellung in der bayrischen Architektenkammer gemeinsam mit der IBA Metropolregion München
2024

THE AGENCY OF PLANTS 
Ausstellung im Lichthof der Hochschule München
2023




Impressum

Nina Zerbs

Architektur M.A.

nz@repairsbureau.de

+49 17663843329

Raglovichstraße 4
80637 München






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Last Updated 24.10.31



HOCHSCHULE MÜNCHEN
SS2024 MA Projektstudio
Prof. Sandra Bartoli, LB Nina Zerbs
Darstellung von Lilli Swoboda und
Lorenz Oberhammer

Die Murs à Pêches sind ein ehemaliges Obstanbaugebiet in Montreuil, einem Vorort von Paris. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre wurden dort vor allem Pfirsiche angebaut – zumeist als alleiniger Lieferant für den Pariser Markt. Der Anbau der frostempfindlichen Pfirsichbäume wurde durch den Bau von Obstbaumauern – den sogenannten Murs à Pêches – ermöglicht.

Die Murs à Pêches, von denen nur noch Teile erhalten sind, sind zugleich Gartendenkmal und Industriebrache. Im verbliebenen Netzwerk der Obstbaumauern finden sich geschützte Freiflächen und Gärten, (informelle) Wohnnutzungen, Industrie, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Abfallentsorgungsorte, kontaminiertes Grundwasser … und eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Bürgerinitiativen und Vereinen, die ebenso viele Projekte und Veranstaltungen hervorbringen – darunter zwei jährliche Feste, Schulgärten, Theaterprogramme u. v. m.

Der labyrinthartige Charakter der von Obstbaumauern umschlossenen Areale und ihre verborgenen Verbindungen scheinen dieser besonderen Form öffentlichen Lebens nicht im Wege zu stehen – im Gegenteil: Sie scheinen vielmehr ihre Voraussetzung zu sein.

Das Entwurfsstudio Murs à Pêches untersucht die Qualitäten und Entwicklungsmöglichkeiten dieser Heterotopie – sowohl im Sinne einer typologischen Auseinandersetzung mit der „Proto-Architektur“ der Obstbaumauern als auch in Bezug auf ihre Bedeutung für eine regionale Kreislaufwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion.

Unser besonderer Dank gilt den Bürgervereinen der Murs à Pêches, insbesondere: Pascal Mage und Eurydice Adrien von MAP; den Maurern Charly Roseau und Louis Laporte-Daube von Les Pierres de Montreuil; Isabelle Faugeras, Diana Tempia, Emilio Tempia von Fruits défendus; Christoph Bichon von Sens de l’Humus; ein besonderer Dank an Daria Horsch – Projets urbains du bas Montreuil, Mission Patrimoine der Stadt Montreuil; Françoise Fromonot, Professorin an der École Nationale Supérieure d’Architecture de Paris-Belleville; Valentin Cochard von Supérette Rayon; Antoine Jacobsohn vom Potager du Roi in Versailles; Daniel Inacio, Hôtel de Beauvais – Cour Administrative d’Appel de Paris.


Ausstellung der Studienergebnisse in Monrtreuil bei Paris während
des Festivals Murs a Peches


Darstellung von Lilli Swoboda und Lorenz Oberhammer

Das Projekt setzt auf die ökologische Wiederbelebung der murs à pêches, deren wärmespeichernde Mauern ein einzigartiges Mikroklima erzeugen. Dieses Klima ist bedroht, da das Gebiet zunehmend industrialisiert wird. Ziel ist es, die verblei-benden Qualitäten zu stärken und als „grüne Lunge“ erlebbar zu machen. Vier Eingriffe stehen im Mittelpunkt: Durchlässe für Igel und Wildbienen, ressour-censchonender Wiederaufbau der Mauern als Lebensraum, Förderung von Moosen, Farnen und insektenfreundlichen Pflanzen sowie die Stärkung des Myzels zur Verbesserung der Bodenqualität. Eine Brücke über die Autobahn macht das unterirdische Netzwerk sichtbar und betont seine Bedeutung.


Darstellung von Zaira Carbajal und Hamz Dar

The project proposes a staged walk through a transforming section of the Murs à Pêches, soon influenced by a new tram station that will reshape public life. The walk highlights five characteristic atmospheres, using stepping stones to guide movement and create deliberate pauses. Each viewpoint—conceived as a scenic frame—reveals a different layer of the site, from picturesque gardens and historic walls to cultural traces, decay, or informal use. The walk becomes a tool for perception and reflection, emphasizing that transformation occurs not only through physical change but also through how a place is observed, interpreted, and experienced.

HOCHSCHULE MÜNCHEN
SS2024 MA Fachprojekt

Prof. Frederik Künzel, LB Nina Zerbs


Austellungsplakat zum Kurs

Die Knotenpunkten moderner, öffentlichen Verkehrsmittel wurden in der Geschichte unserer Urbanität immer mit besonderer architektonischer Bedeutung bedacht. Ob es sich um Bauwerke wie die Londoner Crystal Palace High Level (und Low Level) Station von 1865 oder um die Viel- zahl der wundervollen Art Deco Abgänge der Pariser Métropolitain zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts handelt. Wie selbstverständlich wurde hier im öffentlichen Raum keine Mühe gescheut, um diese Orte dem Alltag zu entrücken. In München war das nicht anders.

Die Olympischen Spiele 1972 waren eine der ersten Gelegenheiten Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues, demokratisches und weltoffenes Image zu verleihen. Durch diese Großveranstaltung und die Summe ihrer Maßnahmen hatte München die Chance, sich als moder- ne und kosmopolitische Stadt zu präsentieren. Die Investitionen in die Infrastruktur dienten als Symbol für den Fortschritt und die Modernität der Stadt. Der Bau von Infrastruktur als Status- symbol war somit ein wichtiger Teil des sogenannten „Jahrhundertgeschenks“.

Öffentliche Verkehrsmittel sind die Lebensadern moderner Städte. Sie bilden das Rückgrat einer effizienten und nachhaltigen Mobilität, die weitreichende Vorteile für die Gesellschaft mit sich bringt. Dabei sind sie nicht nur Mittel der Fortbewegung, sondern auch Schlüsselakteure der städtischen Bewegung. Sie bieten eine Alternative zu privaten Fahrzeugen und demokratisieren Fortbewegung. Die Investition in ein gut ausgebautes Netzwerk von öffentlichen Verkehrsmitteln ist somit nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch ein Beitrag zu einer lebenswerteren Stadt.

Aber wie ist es aktuell bestellt um die Knotenpunkte der Münchner Infrastruktur?

Wir möchten uns mit Ihnen einem der weniger wundervollen, aber sehr frequentierten Knoten- punkte der Stadt widmen: dem S-Bahnhof der Donnersbergerbrücke. Hier kommen täglich hun- dertausende Fahrende durch und viele Menschen steigen hier jeden Tag um. Doch scheint dieser Ort von räumlichen Unmöglichkeitenzu wimmeln. Lassen Sie uns diese ins Bild bringen und An- sätze finden, wie ein solches Stück Infrastruktur wieder einen Gebrauchswert, wenn nicht sogar einen repräsentativen Wert bekommt.



Darstellung Roman Schleißner und Florian Fox

Die S-Bahnstation Donnersbergerbrücke besteht aus vielen Bauabschnitten, die ein unübersichtliches Wegesystem und wechselnde Raumsituationen erzeugen. Unterschiedliche Materialien verstärken diese Zergliederung. Um räumliche Kontinuität herzustellen, wurde der Innenraum auf den Rohbau zurückgeführt: Verkleidungen wie Marmor, Fliesen und abgehängte Decken wurden entfernt, sodass rohe konstruktive Elemente sichtbar wurden. Dadurch entsteht ein einheitlicher räumlicher Ausdruck. Anschließend wurde ein Leitsystem aus Leuchtstoffröhren entwickelt. Als Portale markieren sie Ein- und Ausgänge, in den Transferzonen führen sie längs über die Decke. Zusammen formen Rohbau und Leitsystem einen klar orientierenden, kohärenten Bahnhof.


Darstellung Lara Metz und Roxana Werner

Die Fassade der Donnersbergerbrücke wirkt durch viele Materialien unruhig und schwer lesbar. Der Entwurf schlägt eine einheitliche Hülle aus Glasbausteinen vor, die Innen und Außen stärker verbindet und das Raumklima verbessert. Die Bausteine bringen diffuses Tageslicht in die Station, hellen dunkle Bereiche auf und erzeugen neue Sichtbezüge. Unter der Brücke wirken ihre wärme- und schalldämmenden Eigenschaften besonders stark und reduzieren Lärm sowie Kälte. Als verbindendes Element fassen sie die fragmentierten Bereiche zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Das Konzept ist übertragbar und könnte auch andere S-Bahn-Stationen deutlich aufwerten.


Darstellung Dana Kounty

Die Idee setzt auf die Wirkung künstlicher Höhe: Sieben überhöhte Erschließungskörper sollen als Türme auftreten, deren Identitätskraft allerdings erst durch die absichtlich abgesenkten Nachbarräume richtig zur Geltung kommt. So entstehen neue Blickbezüge und potenziell interessante Nutzungsräume – ob diese Vielfalt tatsächlich eingelöst wird, bleibt offen. Ein Aussichtsturm westlich der Donnersberger Brücke bietet rundum Ausblicke und könnte als Ausstellungsraum funktionieren. Ein weiterer Turm orientiert sich auf den Sonnenaufgang. Im mittleren Turm führt eine gestaffelte Sequenz von Treppen und Podesten nach oben, mit Bar und Balkon entlang der Ostseite, deren Attraktivität sich im Gebrauch erst beweisen müsste.



HOCHSCHULE MÜNCHEN
WS25 Grundlagen der Darstellung 

LB Nina Zerbs
Modelle der Studierenden

München erlebte im Zuge der Olympischen Spiele 1972 einen markanten Bauboom – mit dem größten Zuwachs an Neubauten in der jüngeren Stadtgeschichte. Die städtebauliche Entwicklung jener Zeit folgte dabei überwiegend einer einheitlichen Konstruktionsweise, die den Charakter vieler Bauten bis heute prägt.

39 Gebäude, die dieser konstruktiven Logik und derselben Entstehungszeit zuzuordnen sind, bilden die Grundlage dieses Kurses. Ausgehend von diesen Objekten entstanden bauliche Skulpturen, die nun als dreidimensionale Modelle auf dem Tisch vor Ihnen stehen.

Zur Erfassung und Analyse der Gebäude wurden verschiedene Darstellungsmethoden eingesetzt. Die erste Annäherung erfolgte über fotografische Studien. Darauf aufbauend entstanden zeichnerische Untersuchungen in Form von Ansichten, Axonometrien, Grundrissen und Schnitten.

Im nächsten Schritt wurden die Erkenntnisse aus Fotografie und Zeichnung in eine gestalterische Arbeit überführt: Die Gebäude wurden als sogenannte „Schottenbauten“ erkannt – eine Bauweise, die sich durch serielle, strukturierende Elemente auszeichnet. Mithilfe von Collagen wurden einzelne Elemente dieser Architektur neu kombiniert und zu skulpturalen Kompositionen verdichtet.

Die entstandenen Skulpturen spiegeln charakteristische Merkmale der dokumentierten Bauten wider. Durch die gemeinsame konstruktive Basis der analysierten Gebäude war eine freie Kombination der Elemente möglich.



Darstellung Schoenberger, Phan, Nicholas


Darstellung Endlinger Hohloch Lindauer


Kleeehammer Kirsch Ollhäuser





HOCHSCHULE MÜNCHEN
SS25 Projektstudio Lobotomie 

Prof. Frederik Künzel, LB Nina Zerbs
In diesem Masterstudio möchten wir das Potenzial von „Resträumen“ der urbanen Infrastruktur untersuchen. Insbesondere in und um Schienenstränge (U- und S-Bahn inbegriffen) liegen ehemalige Wartungsflächen und Leergleise brach. Diese Räume liegen erstaunlich zentral, sind meist riesig, aber völlig in Vergessenheit geraten. Sie bieten ein enormes Potential an neuen Nutzungsmöglichkeiten, weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus.

Diese Resträume haben eine Art urbane „Lobotomie“ erfahren – eine Entkopplung von ihrer ursprünglichen Funktion. Rem Koolhaas beschreibt dieses Phänomen für Architektur der Gegenwart in seinem Werk „Delirious New York“, eine polemische Erforschung Manhattans, welche zuerst 1978 erschien. 

Die Räume, welchen wir uns widmen wollen, wurden für spezifische Zwecke geschaffen, doch durch sich ständig ändernde Anforderungen an Infrastrukturbauwerke und technische Neuerungen sind viele von ihnen schlicht weg nicht mehr notwendig. Was bleibt, sind leere, physische Strukturen ohne klare Nutzung, die im Stadtgefüge weiterexistieren, aber meist keine aktive Rolle mehr spielen.

Auch programmatisch lassen sich Parallelen zu Koolhaas’ Betrachtung des Wolkenkratzers ziehen, dessen Fassade oder äußere Gestalt keinerlei Rückschluss auf seine innere Nutzung zulässt. So verhält es sich mit diesen Räumen: Sie sind auf Straßenniveau nicht als potenzielle Nutzflächen lesbar, sondern verschwinden im urbanen Gefüge, obwohl sie allein wegen ihrer Größe enorme Potenziale bergen.

Verkehrsräume, die ursprünglich für eine rein funktionale Nutzung konzipiert wurden sind von fehlender Orientierung und wenig ästhetischem Anspruch geprägt. Doch gerade diese Strukturen – von Wartungsflächen, über ungenutzte Gleise bis hin zu stillgelegten Bereichen – bieten die Möglichkeit, durch ihre Größe und Lage, gestalterische und strukturelle Interventionen und neue Perspektiven zu entwickeln. Besonders in der Nähe von U-Bahn-Stationen und anderen wichtigen Infrastrukturpunkten, die zentrale Lagen im städtischen Kontext einnehmen, eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für Nutzungskonzepte.

Das Ziel dieses Projekts ist es, mit Masterstudierenden innovative Erschließungen für diese „Resträume“ oder „Räume dazwischen“ zu erarbeiten. Durch die bewusste Neuprogrammierung dieser von ihrer ursprünglichen Funktion losgelösten Orte sollen neue Architekturen entstehen, die sowohl funktionale und soziale Mehrwerte bieten, zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen und eine ganz neue Ästhetik entfalten können.



Darstellung Leon Göpffath

Das Projekt setzt auf zwei Eingriffe: Eine neue Erschließung entsteht, indem das Gelände bis auf das Niveau des Innenraums abgegraben und die resultierende Steilwand mit Backsteinen gefasst wird. Beidseitige Treppen öffnen den zuvor verborgenen Raum und binden ihn städtisch an. Ergänzend strukturieren drei verschiebbare, großformatige Scheiben den Innenraum flexibel für unterschiedliche Nutzungen. Die Interventionen verwandeln vernachlässigte Restflächen in einen multifunktionalen Ort zwischen Infrastruktur und öffentlichem Raum. Durch präzise, minimale Maßnahmen wird ein ehemals unsichtbarer Zwischenraum neu aktiviert und erhält eine eigene Identität.


Darstellung Zeno Müller und George Alazar

Das Projekt macht ungenutzte Entrauchungsschächte des Brudermühltunnels in München durch filigrane Gerüststrukturen sichtbar und zugänglich. Eine saisonal wandelbare Hülle ermöglicht vielfältige Nutzung – im Sommer luftig, im Winter isoliert mit Abwärmenutzung des Tunnels.


Darstellung  Michaela Böck

Das neun Meter hohe Zwischengeschoss am Wettersteinplatz wird radikal geöffnet: Geschossdecke und Bodenplatte entfallen, wodurch Zwischengeschoss und Bahnsteig verbunden werden. Tageslicht und Regen dringen bis hinunter, was einen neu konzipierten Boden erfordert. Der Bahnsteig wird zum durchgehenden Pflanztrog unter einem Gitterrost, getragen von Doppel-T-Trägern. Heimische Bäume und Sträucher erhalten bis zu 1,5 m Wurzeltiefe; Regenwasser wird gesammelt, in einer Zisterne gespeichert und wiederverwendet. Bäume stehen so, dass sie Bereiche neben den Türen beschatten. Eine schwebende Beleuchtungsebene sorgt für Orientierung. Ringanker und drei Brücken sichern die Öffnung statisch ab und strukturieren den Raum.
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